Eine Scheibe mit Pfiff

Helicon FB Tube from HeliconSoft.com

Ein sehr nützliches Tool kleinsten Ausmaßes für das Erstellen von Makro-Aufnahmen mit mächtig viel Schärfentiefe. Das Teil gibt es derzeit bei HeliconSoft.com für Canon (EF) und Nikon Kameras. Objektive müssen einen Autofokusmotor besitzen, da sonst keine Fokussteuerung möglich wäre. Selbstredend, aber es muss wohl betont werden, dass man mit einem manuellen Objektiv kein automatisiertes Fokus-Bracketing durchführen kann.

Das Teil kam innerhalb von 10 Tagen bei mir an. Es kommt aus Kiew, Ukraine. Im Papierkarton mit ohne extra nochmal Plastikverpackung. Schön. Ich schreibe das so verdreht, weil ich es auch extrem verdreht finde, wenn in einem Karton noch ein Karton, mit einer Luftpolsterfolie herausgepult werden muss, darin dann wieder ein Karton steckt in dessen Bauch diverse Plastiktüten dann das Produkt enthalten. Unglaublicher Irrsinn. Bei schmutzempfindlichen Dingen natürlich mehr als sinnvoll, aber was in einem Karton verstaut ist, muss nicht nochmal in Folie und Karton verdoppelpackt werden, damit die Verpackung auch ja nen protzigen Eindruck hinterlässt. Da ist HeliconSoft angenehm bescheiden mit einem wunderbar kleinen Karton, der in einem einfachen A5-Polsterumschlag verschickt wurde. Und unbeschadet hier ankam, ohne, dass das Produkt selbst noch mal in Polster und Folie steckte. Es geht also, man muss sich nur Mühe geben mit der Verpackung.

Aber ich wollte vom Helicon FB Tube erzählen.
Nach dem Auspacken habe ich ihn gleich auf die Kamera (6D) gesetzt und das 100er Makro draufgestülpt. Der Tube hat übrigens keine Abdichtung. Kamera aufs Stativ und ein paar Bilder vom aktuellen Blumenstrauß meiner Frau geschossen. Siehe hier.
Man sollte sich die Tipps zur Anwendung, die HelconSoft auf der Webseite bereitstellt, durchlesen. Dann wird die Bedienung klar und einfach. Ich habe mir mit einem DOF-Rechner (Indie Film Gear’s Digital Depth of Field Calculator) die Schärfentiefe berechnen lassen und dann erst mal die Hälfte als Weg eingestellt. Die Software im Smartphone (oder Tablet oder Laptop) berechnet dann für das aufgesetzte Objektiv die Fokusverschiebung. Man überträgt die Werte an den Ring per mitgeliefertem Kabel mit 3,5 mm Klinkenstecker (für iPhone an den Adapter denken!). Die Lautstärke des Smartphones sollte dabei tatsächlich voll aufgedreht werden. Mit dem iPhone 11 gab es unterhalb 75% Lautstärke immer wieder Übertragungsabbrüche. Sind die Werte dann übertragen (dauert etwa 12 Sekunden), dann drückt man nur noch den Auslöser im Dauerfeuer und der Tube schiebt den Fokus vor. Auf dem Display erkennt man vielleicht, dass der Endpunkt noch nicht erreicht ist, dann feuert man halt nochmal. Solange, bis der Vorschub das Motiv voll abgedeckt hat. Oder mehr, ja nach Wunsch, den Hintergrund einzubeziehen.

Stacked with Helicon Focus from 65 images. Method=B (R=8,S=5)

Ich habe damit ein neues Spielzeug, dass sicher auch unterwegs wesentlich öfter Anwendung finden wird, als es der Makroschlitten bisher fand (ehrlicherweise noch nie, war immer zu faul zum Schleppen).
Der Frühling kann kommen! 🙂

Schreibe einen Kommentar